Die Anlaufzeit – vom Handel zur Produktion
Das Unternehmen wurde 1901 als Handelsunternehmen gegründet. 1920 wurde es von der Familie Münzner übernommen. Hermann Münzner, der die Geschicke des Unternehmens 35 Jahre lang lenkte, strebte von Anfang an eine eigene Produktion an. 1924 war es so weit. Am Gewerbekanal in Freiburg im Breisgau wurde mit drei Mechanikern die Herstellung von Tachometern begonnen, damals unter dem Namen „Rheinische Tachometerbau-Anstalt Münzner & Co".
Die Weltwirtschaftskrise – Durchhalten ist die Parole
Das Unternehmen war auf 25 Mitarbeiter angewachsen und hatte sich zu einem führenden Tachometerhersteller in Deutschland entwickelt, da brachte es die 1929 beginnende Weltwirtschaftskrise in schwierige Fahrwasser. Aufträge gingen nur spärlich ein, und Mitarbeiter und Unternehmensleitung bangten von Samstag zu Samstag um die Löhne.
Von 1933 bis 1945 – erst Aufschwung, dann Krieg
Nach 1933 erholte sich das Unternehmen zunächst und baute seine Marktstellung weiter aus. Ab 1939 wurde die Produktion nach und nach kriegsverpflichtet. Die Tachometerproduktion wurde auf wenige Typen eingeschränkt und zugleich die Produktion anderer kriegswichtiger Güter begonnen. Beispielsweise wurden Wirbelstromtachometer für Flugmotorenwärmer der Firma Junkers produziert und daneben Flakzünder hergestellt. In dieser Zeit traten die Einzelschicksale der mit dem Unternehmen eng verbundenen Mitarbeiter stark in den Vordergrund. Die Belegschaft bestand in den letzten Kriegsjahren zu einem Großteil aus Frauen und Mädchen.
Die Nachkriegszeit – alles ist besser als nichts zu tun
Der Neubeginn nach dem Krieg gestaltete sich schwierig. Das Unternehmen war gerade auch für die aus dem Krieg heimkehrenden Mitarbeiter ein wesentlicher Bezugspunkt, mit dem sie die Hoffnung auf bessere Zeiten verbanden. Hermann Münzner und sein Betriebsleiter beschafften Arbeit, wo es nur ging. Es wurden Druckund Setzmaschinen aus ausgebrannten Betrieben instand gesetzt, Feuerzeuge produziert, zu denen die Abnehmer erst noch Feuersteine beschaffen mussten, und schließlich für einen von der französischen Zonenverwaltung benannten Prioritätsbetrieb der Textilbranche, die Rhodiaseta, Zulieferteile hergestellt. Das Improvisationsgeschick und das Zusammenstehen von Unternehmensleitung und Mitarbeitern half durch diese Zeit und auch über die Demontage aller modernen Maschinen des Betriebes hinweg.
Wiederaufbau und Wirtschaftswunder – mit Volldampf voraus
Mit der Währungsreform 1948 und dem Inkrafttreten des Marschallplans 1949 begann der eigentliche Wiederaufbau. Bereits 1952 erreichte das Unternehmen wieder die Mitarbeiterzahl und die Produktivität von 1936. Im selben Jahr wurde das Firmengebäude mittels eines zinsgünstigen Darlehens der Kreditanstalt für Wiederaufbau aufgestockt. So wurde Platz für die Produktion der aufkommenden elektrischen Tachometer geschaffen. Bis Ende der sechziger Jahre hatte die Rheintacho Messtechnik GmbH dann am Wirtschaftswunder teil und wuchs stetig. 1970 waren 120 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt.
Die siebziger Jahre – auf gute folgen schlechte Zeiten
Anfang der siebziger Jahre kühlte die Wirtschaft merklich ab. Dies ging auch an der Rheintacho nicht spurlos vorüber. 1972 erfolgte der Umzug an die zur Expansion errichtete heutige Produktionsstätte. Nur noch die Montage und die Verwaltung verblieb am ursprünglichen Firmensitz. Nach dem Öl Preisschock 1973/74 spitzte sich die Lage nochmals zu. Die Expansionspläne mussten zurückgestellt werden, stattdessen wurde der Firmensitz ganz an die heutige Produktionsstätte verlagert.
Im Umbruch der achtziger Jahre - Veränderungen sind Chancen
Bereits in den siebziger Jahren leitete die sich rasant entwickelnde Mikroelektronik einen Strukturwandel ein, der das Unternehmen bis Anfang der neunziger Jahre prägte. Mit der Mikroelektronik entwickelte sich die Sensortechnik. Sie führte in den meisten Anwendungen zur Ablösung der mechanischen und elektromechanischen Tachometer, die um ein vielfaches teurer waren. Verstärkt durch die allgemeine wirtschaftliche Lage entstand bei Rheintacho ein enormer Rationalisierungsdruck. Die neuen Techniken mussten integriert, der Personalbestand reduziert und die Organisationsstruktur neu geordnet werden. Ein funktionierendes Kostenrechnungssystem wurde aufgebaut, in dessen Zuge nicht kostendeckende Fertigungsbereiche aufgelöst wurden. Ein aktiver Vertrieb verbesserte den Zugang zu den Märkten und eine deutlich aufgestockte Entwicklung brachte technologisch fortschrittliche Produkte hervor.
Die Blüte der neunziger Jahre – mit neuem Schwung
In den 90er Jahren wurden die Betriebsabläufe weiter optimiert. Ein Qualitätssicherungsystem nach ISO 9001 wurde aufgebaut. Für Neuentwicklungen und kundenspezifische Sonderlösungen wurde ein Produktentstehungsprozess definiert. Ein modernes Warenwirtschaftssystem wurde integriert, das sämtliche Abläufe im Unternehmen von der Auftragsannahme über die Bestellung der Komponenten bis zum Versand steuert. Auch wurde eine Unternehmenskultur etabliert, die auf dem Prinzip der fairen Partnerschaft beruht, das sowohl nach innen als auch nach außen vertreten wird. Ende der neunziger Jahre eröffnete Rheintacho, mit einer Mehrheitsbeteiligung und einer Neugründung, Niederlassungen in England und den USA. Ende 2001 wurde zur Stärkung der Position im US-amerikanischen Markt die Firma Pioneer Electric & Research zu 100% übernommen. Seit 1998 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Rheintacho Messtechnik GmbH .
Heute verfügen wir über eine erstklassige Produktentwicklung und sind Technologieführer in der Drehzahlerfassung und -überwachung bei Diesel- und Hydromotoranwendungen. Dank hocheffizienter Prozesssteuerungen erfüllen wir auch außergewöhnliche Aufträge mit geringen Lieferzeiten.
Unsere Firmengeschichte lehrt uns, dass langfristige Geschäftsbeziehungen den Erfolg ausmachen. Deshalb pflegen wir faire Partnerschaften mit unseren Kunden, unseren Mitarbeitern und unseren Zulieferern. Auch bekennen wir uns zu unserer ökonomischen, sozialen und ökologischen Verantwortung, schließlich sind wir Teil eines Ganzen.
Für die Zukunft erwarten wir eine weiter beschleunigte technologische Entwicklung beispielsweise in Richtung kombinierter Sensorik und ein weiteres Fortschreiten der Globalisierung. Wir sind dafür mit unseren hervorragenden Mitarbeitern und unseren neuen Vertriebsniederlassungen in England und den USA gut aufgestellt.